BAFA EEW: Förderung für Energieeffizienz.
Das EEW-Programm fördert Unternehmensinvestitionen, die Energieverbrauch, Ressourcenverbrauch und Treibhausgasemissionen senken. Es zahlt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zwischen rund 10 und 60 Prozent, mit bis zu 20 Mio. EUR pro Einzelprojekt.
Auf einen Blick
- Investitionszuschuss, verwaltet vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), unter dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
- Technologieoffen: fördert Maschinen, Anlagen und Software, die die Energie- und Ressourceneffizienz in industriellen und gewerblichen Prozessen verbessern.
- Förderquote zwischen etwa 10 und 60 Prozent je nach Modul und Unternehmensgröße, mit KMU-Boni; bis zu 20 Millionen EUR Zuschuss pro Einzelprojekt.
- Strukturiert in mehreren Modulen von Einzelkomponenten bis zu vollständigen Transformationsplänen.
- Alternativer Weg: Statt des BAFA-Zuschusses können dieselben Maßnahmen mit einem KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss finanziert werden (KfW 295).
- Der Antrag muss vor Bestellung oder Beginn der Maßnahme gestellt werden. Ein vorzeitiger Beginn verwirkt die Förderung.
- Anträge laufen online über das BAFA-Portal auf der Plattform Förderzentrale Deutschland.
1. Was ist EEW?
Der Zweck des Programms und die Art von Unternehmen, zu der es passt.
Die EEW ist das zentrale Förderprogramm für Unternehmen, die ihre Energie- und Stoffströme optimieren wollen. Sie ist Teil der Klimastrategie des Bundes und wird vom BAFA umgesetzt. Sie steht allen Branchen offen, ist aber am relevantesten für energieintensive Fertigung, Gewerbebetriebe und kommunale Einrichtungen. Die Spanne ist weit: vom kleinen Motorentausch bis zur millionenschweren Anlagenmodernisierung. Wichtig zu wissen: Baumaßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Heizungstausch werden hier nicht gefördert; die EEW fördert Prozesse und Anlagen, nicht die Gebäudehülle.
2. Die Module
Die thematischen Module, damit du die geplante Maßnahme einordnen kannst.
Das Programm ist in Module gegliedert, die verschiedene Arten von Maßnahmen abdecken:
- Querschnittstechnologien: Kauf und Installation hocheffizienter Elektromotoren, Pumpen, Ventilatoren und Druckluftgeneratoren, die vorhandene Anlagen ersetzen.
- Prozesswärme aus erneuerbaren Energien: Umstellung der Prozesswärmeversorgung auf erneuerbare Quellen.
- Messung, Steuerung und Energiemanagement: Sensoren, Steuerungstechnik und Energiemanagement-Software (die Software muss auf der offiziellen BAFA-Liste förderfähiger Software stehen und in ein Energie- oder Umweltmanagementsystem eingebunden sein).
- Optimierung von Anlagen und Prozessen: technologieoffene, systemische Maßnahmen zur Senkung von Energie, Ressourcen und Emissionen. Das ist das breiteste Modul und kommt als Basisvariante und als Premiumvariante mit Dekarbonisierungsbonus.
- Transformationspläne: Unterstützung bei der Erstellung eines strukturierten Plans hin zu einer klimaneutralen Produktion.
Getrennt von der EEW läuft die Energieberatung für Nichtwohngebäude unter einer eigenen Programmlinie.
3. Wer beantragen kann
Die breite Förderfähigkeit, die eine der Stärken des Programms ist.
EEW steht Unternehmen aller Größen und Branchen mit Betriebsstätte in Deutschland offen, darunter KMU und Großunternehmen, Freiberufler mit gewerblicher Tätigkeit sowie kommunale und kirchliche Einrichtungen. Kleine und mittlere Unternehmen erhalten höhere Sätze als Großunternehmen.
4. Wie viel du bekommst
Wie der Zuschuss berechnet wird und die zwei möglichen Kostenbasen.
Die Förderquoten liegen bei etwa 10 bis 60 Prozent, festgelegt durch das Modul und die Unternehmensgröße, mit KMU-Boni obendrauf. Für ein einzelnes Projekt ist ein Zuschuss von bis zu 20 Mio. € möglich. Die Berechnungsgrundlage unterscheidet sich je Modul: Manche Module fördern die Investitionsgesamtkosten, während andere nur die zusätzlichen Kosten gegenüber einer konventionellen, weniger effizienten Standardlösung fördern (Investitionsmehrkosten). Prüfe vor der Schätzung des Zuschusses, welche Grundlage für dein Modul gilt.
5. So beantragst du es und Bedingungen
Die strikte Timing-Regel und die mit dem Zuschuss verbundenen Pflichten.
Der Antrag muss gestellt werden, bevor du die Anlage bestellst oder die Maßnahme anderweitig beginnst. Eine verbindliche Bestellung im Voraus zu unterzeichnen gilt als vorzeitiger Beginn und führt zur Ablehnung. Anträge werden online über das BAFA-Portal auf der Plattform Förderzentrale Deutschland eingereicht, die es dir erlaubt, Eingaben vor dem Absenden zu speichern. Geförderte Anlagen müssen mindestens drei Jahre lang zweckentsprechend betrieben werden; ein vorzeitiger Verkauf kann eine anteilige Rückforderung des Zuschusses auslösen.
6. Zuschuss oder Kredit, und Kombination
Die Wahl zwischen dem BAFA-Zuschuss und dem KfW-Darlehen, und wie EEW mit anderer Förderung zusammenpasst.
Für dieselben Maßnahmen kannst du zwischen dem nicht rückzahlbaren BAFA-Zuschuss und einem zinsgünstigen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss (KfW 295) wählen, dessen technische Mindestanforderungen mit dem entsprechenden EEW-Modul identisch sind. EEW fördert Effizienzinvestitionen, keine Forschung, ergänzt also F&E-Instrumente. Als staatliche Beihilfe unterliegt es der Regel, dass dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden dürfen und dass das Unternehmen kein "Unternehmen in Schwierigkeiten" sein darf.
7. Die sechs Module im Detail
EEW fördert Prozesse und Anlagen, nicht Gebäude. Jedes Projekt läuft unter dem Modul, das zur Maßnahme passt.
- Modul 1 — Querschnittstechnologien. Hocheffiziente Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Druckluftsysteme, die bestehende Anlagen ersetzen (KMU). Bis zu 200.000 €.
- Modul 2 — Prozesswärme aus erneuerbaren Energien. Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie und Biomasseanlagen, deren Wärme überwiegend Prozessen dient.
- Modul 3 — Mess-, Steuer- und Energiemanagement-Software. Die MSR, Sensorik und Software, die ein Energie- oder Umweltmanagementsystem betreiben. Bis zu 20 Mio. €.
- Modul 4 — Energie- und ressourcenbezogene Optimierung. Das technologieoffene Herzstück des Programms, mit einem einfacheren Basis-Weg für KMU und einem von CO₂-Einsparungen getriebenen Premium-Weg. Bis zu 20 Mio. € je zusammenhängendem Projekt.
- Modul 5 — Transformationspläne. Die externe Arbeit, einen Fahrplan zur Treibhausgasneutralität zu erstellen. Bis zu 60.000 € (90.000 € mit einem Energieeffizienz-Netzwerk).
- Modul 6 — Elektrifizierung von Kleinst- und Kleinunternehmen. Hilft den kleinsten Firmen, fossil befeuerte Produktionsanlagen auf Strom umzustellen. Bis zu 200.000 €.
8. Quoten, Deckel und der Dekarbonisierungsbonus
Der Zuschuss reicht von etwa 10 % bis 60 % der förderfähigen Kosten; kleinere Unternehmen und stärkere CO₂-Einsparungen bringen mehr.
Der Satz hängt vom Modul, der Unternehmensgröße und, in Modul 4 Premium, den Treibhausgas-Einsparungen ab. Kleine Unternehmen erhalten die höchsten Sätze. Modul 4 Premium zahlt entweder 20/15/10 % (klein/mittel/groß) auf die gesamten Investitionskosten, wenn die Maßnahme mindestens 30 % Treibhausgase einspart, oder 45/35/25 % auf die zusätzlichen Investitionskosten (Investitionsmehrkosten). Ein Dekarbonisierungsbonus ergänzt fünf Prozentpunkte (auf die Gesamtkosten) oder zehn (auf die Zusatzkosten) für externe Abwärmenutzung, Elektrifizierung mit Strom aus Erneuerbaren oder die Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff. Die Obergrenzen gelten je Modul: bis zu 20 Mio. € in den Modulen 3 und 4, 200.000 € in den Modulen 1 und 6 und 60.000 € (90.000 € mit einem Netzwerk) in Modul 5.
9. Die Fristenregel und Bedingungen
Beantrage vor dem Start und halte die Ausrüstung in Betrieb.
Du musst vor Projektbeginn beantragen; für Anträge ab dem 1. Januar 2024 darf das Projekt erst nach dem Zuwendungsbescheid beginnen, und der Abschluss eines Liefer- oder Werkvertrags gilt als Beginn. Geförderte Ausrüstung muss mindestens drei Jahre im Unternehmen betrieben werden, und ein vorzeitiger Verkauf löst eine anteilige Rückforderung aus. Du kannst für dieselbe Maßnahme keine andere öffentliche Beihilfe in Anspruch nehmen, und du kannst nicht für dieselbe Maßnahme sowohl bei der BAFA als auch bei der KfW beantragen. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2028, vorbehaltlich verfügbaren Budgets.
10. Häufige Fehler und FAQ
Die Fehler, die einen EEW-Antragsteller am häufigsten Geld kosten, und schnelle Antworten.
- Ausrüstung bestellen oder einen Werkvertrag vor dem Förderbescheid unterschreiben, was die Förderung verwirkt.
- Eine Baumaßnahme beantragen: EEW fördert Prozesse und Anlagen, Arbeiten an der Gebäudehülle gehen an die BEG.
- Bei BAFA und KfW zugleich beantragen oder andere öffentliche Beihilfen für dieselbe Maßnahme stapeln.
- Die Premium-Routen von Modul 4 und den Dekarbonisierungsbonus zu übersehen, die die tiefsten CO₂-Einsparungen belohnen.
Zuschuss oder Kredit? Deine Wahl je Maßnahme: ein nicht rückzahlbarer BAFA-Zuschuss oder ein zinsgünstiger KfW-Kredit (Programm 295) mit Tilgungszuschuss.
Wer führt es durch? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE); der Zuschuss wird vom BAFA verwaltet, der Kredit von der KfW.
Lässt es sich mit F&E-Förderung kombinieren? Nicht mit anderer öffentlicher Beihilfe für dieselbe Maßnahme, aber EEW (Investition) und ein F&E-Instrument auf unterschiedlichen Kosten können nebeneinander bestehen.
11. Förderfähige und nicht förderfähige Kosten
EEW fördert die Investition in effiziente Anlagen und Prozesse sowie die externe Dienstleistung eines Transformationsplans. Es fördert nicht den Bau oder den Betrieb der Anlage.
Förderfähig sind der Kauf und die Installation der geförderten Technologie und ihre direkt damit verbundenen Kosten: hocheffiziente Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Drucklufterzeuger, die bestehende Anlagen ersetzen, Dämmung an bestehenden Anlagen, Frequenzumrichter und Abwärmetauscher (Modul 1); Anlagen zur Prozesswärme aus erneuerbaren Energien, die >50 % für Prozesse genutzt werden (Modul 2); Energiemanagement-Software sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) inklusive Anschluss und einem externen Messkonzept (Modul 3); die Prozessoptimierungsanlage selbst und die Kosten für die Erstellung des Einsparkonzepts (Modul 4); die externe Transformationsplan-Dienstleistung, Messungen und optionale Zertifizierung (Modul 5); und neue elektrische Anlagen, die fossil befeuerte Produktionsanlagen ersetzen (Modul 6).
Nicht förderfähig sind Betriebskosten (EEW fördert die Investition, nicht ihren Betrieb); die Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Gebäudeheizung gehören zur BEG); alles, was vor dem Förderbescheid begonnen wurde; allgemeine IT und Endgeräte wie PCs, Server und Drucker unter Modul 3; rein zusätzliche Neuanlagen, die keine vorhandene Ausrüstung in den Modulen 1 und 4 Basis ersetzen; und Maßnahmen unterhalb des Modulminimums (10.000 € für Modul 4, 2.000 € für Modul 6). Doppelförderung ist ausgeschlossen: Für dieselbe Maßnahme darf keine andere öffentliche Beihilfe, einschließlich EEG- und KWKG-Zahlungen, geltend gemacht werden, und du darfst nicht gleichzeitig bei BAFA und KfW dafür beantragen. Ein Verstoß gegen die Kumulierungsregel macht den Zuschuss nichtig und löst eine Rückzahlung aus.
12. Die Kostenbasis: IGK vs. IMK
Eine technische Entscheidung bestimmt leise, wie groß der Zuschuss ausfällt.
Der Zuschuss wird auf einer von zwei Basen berechnet. Investitionsgesamtkosten (IGK) sind alle Kosten der geförderten Anlage; dies ist immer die Basis für die Basis-Förderung und für De-minimis-geförderte Premium-Maßnahmen. Investitionsmehrkosten (IMK) sind nur die Mehrkosten der effizienten Lösung gegenüber einer weniger effizienten Referenz; unter der AGVO kann ein Antragsteller von Modul 4 Premium wählen, statt der IGK die IMK zu fördern, zu einem höheren Prozentsatz. Die richtige Wahl hängt vom Projekt ab: eine Maßnahme mit niedrigen Mehrkosten und hohen Gesamtkosten begünstigt in der Regel die IGK-Basis, während eine Maßnahme, deren Effizienzaufschlag einen großen Anteil an den Kosten ausmacht, auf der IMK-Basis zum höheren Satz mehr wert sein kann. Zusätzlich zu beiden bringt der Dekarbonisierungsbonus fünf Prozentpunkte auf die Gesamtkosten oder zehn auf die Mehrkosten für externe Abwärmenutzung, Elektrifizierung mit erneuerbarem Strom oder die Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff.
13. Wie Anträge bewertet werden
Die Investitionsmodule sind regelbasiert, kein bewerteter Wettbewerb.
Ein Antrag, der die technischen und förderrechtlichen Bedingungen der Richtlinie erfüllt und vor dem Start eingereicht wird, wird von der BAFA (oder, bei Modul 5, VDI/VDE-IT) geprüft und im Rahmen des verfügbaren Budgets gefördert. Die Prüfung kontrolliert die Passung des Umfangs (Prozess/Anlage, nicht Gebäude, innerhalb des gewählten Moduls und seiner Mindestanforderungen), die Förderfähigkeit (Antragstellertyp, deutsche Niederlassung, Unternehmensgröße sowie KMU- oder Kleinst-/Kleinstatus für die eingeschränkten Module), den Effizienz- oder CO2-Test (mindestens 15 % Endenergieeinsparung bei Modul 4 Basis, mindestens 30 % Treibhausgaseinsparung per Einsparkonzept bei Modul 4 Premium, die Über-50-%-Prozesswärme-Bedingung bei Modul 2), die Kostenförderfähigkeit (förderfähige Investitionskosten auf der richtigen Basis, innerhalb der Obergrenze und über dem Minimum, Betriebskosten ausgeschlossen), die Beihilfekonformität (De-minimis-Spielraum oder der einschlägige AGVO-Artikel, keine unzulässige Kumulierung) und das Beantragen-vor-Start. Für die Investitionsmodule gibt es keine Wettbewerbsrangfolge: Die technischen Bedingungen zu erfüllen und korrekt und früh zu beantragen ist das, worauf es ankommt.
14. Branchenbeispiele
EEW fördert die Effizienz von Prozessen und Anlagen, nicht eine Branche, deshalb ist die Bandbreite groß. Das sind beispielhafte Projektzuschnitte, keine namentlich genannten Begünstigten.
- Ein Hersteller, der Antriebstechnik ersetzt: hocheffiziente Motoren, Pumpen und Druckluftsysteme für alte (Modul 1, KMU).
- Ein Lebensmittelhersteller stellt auf erneuerbare Prozesswärme um: eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage, die mehr als die Hälfte der Prozesswärme liefert (Modul 2).
- Eine energieintensive Anlage baut ihr Managementsystem auf: MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software für ein ISO-50001-System (Modul 3).
- Ein Metall- oder Kunststoffverarbeiter, der einen Prozess optimiert: ein technologieoffenes Modul-4-Premium-Projekt (Abwärmenutzung, Elektrifizierung, Hydraulikoptimierung), das mindestens 30 % THG-Einsparung erreicht, möglicherweise mit dem Bonus.
- Ein Industrieunternehmen, das seine Dekarbonisierung plant: ein Transformationsplan nach Modul 5, der den Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2045 abbildet.
- Eine kleine Werkstatt stellt auf Strom um: ein Kleinst- oder Kleinunternehmen ersetzt eine gasbetriebene Anlage durch eine elektrische (Modul 6).
Nicht sicher, ob die BAFA EEW passt?
Erzähl uns von deinem Projekt. Wir prüfen es von Hand und melden uns mit Feedback oder ein paar Rückfragen.
Siehe die vollständige Programmseite: BAFA EEW
