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KMU-innovativ: risikoreiche F&E für KMU.

KMU-innovativ ist der Bundeszuschuss für forschungsintensive KMU, die risikoreiche Hightech-F&E in definierten Spitzentechnologiefeldern betreiben. Er fördert ehrgeizige industrielle Forschung und vorwettbewerbliche Entwicklung über ein zweistufiges, wettbewerbliches Auswahlverfahren.

Auf einen Blick

  • Zuschuss vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (dem früheren BMBF).
  • Für risikoreiche F&E, die über den Stand der Technik hinausgeht, in definierten Technologiefeldern.
  • Zweistufiges, wettbewerbliches Verfahren: zuerst die Projektskizze, dann der Vollantrag bei Auswahl.
  • Feste Stichtage für Skizzen: 15. April und 15. Oktober jeden Jahres.
  • Förderquote für Unternehmen typischerweise bis etwa 50 Prozent; Universitäten und Forschungseinrichtungen bis 100 Prozent.
  • Projektlaufzeit in der Regel bis zu drei Jahre.
  • Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden. Der vollständige Antrag nutzt das easy-Online-System.

1. Was ist KMU-innovativ?

Die Positionierung des Programms und die Art von Projekt, für die es gemacht ist.

KMU-innovativ ist das zentrale Bundesprogramm für forschungsintensive KMU mit Hightech-Projekten. Es zielt auf ambitionierte Arbeit mit echter wissenschaftlicher und technischer Substanz: Das Projekt muss ein hohes wissenschaftlich-technisches Risiko haben und über den Stand der Technik hinausgehen. Es ist die richtige Wahl, wenn dein Projekt tiefer geht als gewöhnliche Entwicklung. Da es ein wettbewerbliches Verfahren ist, sind Qualität und Klarheit der Projektskizze entscheidend.

2. Die Technologiefelder

Die thematischen Linien, da du dich innerhalb eines Feldes bewirbst, nicht auf das Programm als Ganzes.

Die Förderung ist in Technologiefelder gegliedert, jedes mit eigener Bekanntmachung und eigenem Projektträger. Zu den Feldern zählen unter anderem Biomedizin und Medizintechnik, Materialforschung, Elektronik und autonomes Fahren sowie Höchstleistungsrechnen, Kommunikationssysteme und IT-Sicherheit, Energieeffizienz und Klimaschutz sowie Klimaanpassung, interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität, Photonik und Quantentechnologien, Produktionsforschung und Ressourceneffizienz. Welche Felder aktiv sind und deren Stichtage ändern sich im Lauf der Zeit – prüfe daher die aktuelle Bekanntmachung für dein Feld vor der Antragstellung. Als Beispiel für diese Bewegung nahm die Linie Kommunikationssysteme und IT-Sicherheit ab dem Stichtag April 2026 keine neuen Skizzen mehr an.

3. Wer beantragen kann

Die Größengrenzen und die Konsortialpartner, die dazukommen können.

Die Kernzielgruppe sind KMU in Deutschland mit weniger als 250 Beschäftigten und bis zu 50 Mio. EUR Umsatz oder 43 Mio. EUR Bilanzsumme. Einige Linien erweitern die Förderfähigkeit auf mittelständische Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und bis zu 100 Mio. EUR Umsatz. Projekte können als Einzelunternehmensprojekte oder als Konsortien gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und regionalen öffentlichen Trägern durchgeführt werden. Antragsteller brauchen bis zum Zeitpunkt der Auszahlung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland.

4. Was gefördert wird und wie viel

Die förderfähigen Kostenarten und die Quotenlogik, einschließlich des erforderlichen Eigenanteils.

Zu den förderfähigen Kosten zählen Personalkosten des Forschungspersonals, Abschreibungen auf Instrumente und Ausstattung, Auftragsforschung, für das Projekt benötigte Beratung und Lizenzen sowie Gemeinkosten, Betriebskosten und Reisen. Nach den Grundsätzen des Ministeriums wird ein angemessener Eigenanteil von in der Regel mindestens 50 Prozent der förderfähigen Kosten erwartet. Die Förderquote für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft liegt daher typischerweise bei bis zu etwa 50 Prozent, reduziert um einen KMU-Bonus, der den Eigenanteil senkt; Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in einem Konsortium können bis zu 100 Prozent ihrer projektbezogenen Kosten erhalten. Projektvolumina liegen oft im sechsstelligen Bereich und können bis in die Millionen reichen.

5. Das zweistufige Verfahren und die Fristen

Wie die Auswahl funktioniert und die strenge Timing-Regel.

Das Verfahren hat zwei Stufen. Zuerst reichst du eine Projektskizze bei dem Projektträger für dein Technologiefeld ein, zu einem der beiden jährlichen Stichtage: 15. April und 15. Oktober. Alle bis zu einem Stichtag eingereichten Skizzen werden gemeinsam im Wettbewerb bewertet, Qualität zählt also. Nach positiver Bewertung, meist einige Wochen bis wenige Monate später, wirst du eingeladen, einen förmlichen Antrag über easy-Online zu stellen, über den in der Regel innerhalb von etwa zwei Monaten entschieden wird. Der Antrag muss vor Projektbeginn und, wo relevant, vor Abschluss des Kooperationsvertrags gestellt werden.

6. Wie es im Vergleich abschneidet

Wann KMU-innovativ die richtige Wahl gegenüber den Alternativen ist.

KMU-innovativ ist das anspruchsvollste der KMU-F&E-Instrumente: Es belohnt echte Forschungstiefe, ist aber kompetitiv und langsamer als ein Steueranreiz. Wenn dein Projekt seine hohe Messlatte nicht erreicht, sind die Forschungszulage (ein Rechtsanspruch, kein Wettbewerb, rückwirkend) oder ZIM (technologieoffen, laufende Antragstellung) die naheliegenden Alternativen. KMU-innovativ lässt sich mit der Forschungszulage kombinieren, unter der Regel, dass dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden.

7. Der Zeitplan, von Anfang bis Ende

Von der Skizze bis zur Bewilligung dauert es typischerweise etwa neun bis zwölf Monate, schnell für ein Bundes-Forschungsprogramm.

  • Passung und Feld bestätigen (1 bis 4 Wochen), prüfen, dass es Forschung und nicht marktnah ist, einem offenen Feld zuordenbar, und das Feld mit dem Projektträger abstimmen.
  • Bereite die Skizze vor (2 bis 6 Wochen), schreibe die Projektskizze (max. 10 Seiten): Ziele, Stand der Technik, Methodik, Arbeitspakete, Partner sowie den Verwertungs- und Finanzierungsplan.
  • Reiche die Skizze zu einem Stichtag ein, per Skizzentool des Feldes bis zum 15. April oder 15. Oktober hochladen.
  • Wettbewerbliche Bewertung und Auswahl (etwa zwei bis drei Monate), Skizzen werden gegeneinander bewertet und die besten werden weiter eingeladen.
  • Förmlicher Antrag (einige Wochen), reiche den förmlichen Förderantrag vor Beginn und vor jeder Kooperationsvereinbarung ein.
  • Förderentscheidung (etwa drei Monate), dann bei Bewilligung die Forschung über bis zu zwei Jahre durchführen.

Die Stichtage geben Planungssicherheit, und eine verspätete Skizze rollt einfach zum nächsten Termin weiter. Die Förderrichtlinien laufen derzeit bis zum 30. Juni 2027 (verlängerbar bis spätestens 31. Dezember 2030).

8. Was du vorbereiten solltest

Zwei Stufen, zwei Dokumentensätze. Die Skizze ist das Wettbewerbsdokument, der förmliche Antrag ist die verbindliche Folge.

Stufe 1, die Projektskizze (Projektskizze, max. 10 Seiten, auf Deutsch): Ziele und der Bezug zum Technologiefeld; der Stand der Technik; der Forschungsansatz, die Methodik und die Arbeitspakete; die Partner und ihre Kompetenzen (und, für ein Verbundprojekt, das Konsortium und die Abdeckung der Wertschöpfungskette); der Verwertungs- und Vermarktungsplan; sowie der Finanzierungsplan und Zeitplan, mit einem Literaturverzeichnis und etwaigen Absichtserklärungen als Anhänge. Die Unterschrift des Projektleiters genügt hier.

Stufe 2, der förmliche Antrag (förmlicher Förderantrag, über easy-Online): der Vollantrag mit detailliertem Kosten- und Arbeitsplan; Nachweis des KMU-Status (Verflechtungen mitgezählt), einer deutschen Betriebsstätte und Fachkompetenz; Nachweise zu Eigenkapital und Bonität (mit vereinfachten Regeln, wo die jährlichen Eigenbeiträge unter 100.000 € bleiben); und bei einem Verbundprojekt die Anträge der Partner und die Konsortialvereinbarungen. Er braucht eine rechtsverbindliche Unterschrift und muss vor Projektbeginn und vor jeder Kooperationsvereinbarung eingereicht werden.

9. Branchenbeispiele

KMU-innovativ ist nach Technologiefeldern gegliedert, sodass die förderfähige Bandbreite den Feldern folgt und nicht einer einzelnen Branche. Dies sind beispielhafte Projekttypen, keine namentlich genannten Geförderten.

  • Ein Software- oder KI-KMU, das eine neuartige Methode im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie erforscht.
  • Ein Biotech- oder Medizin-KMU mit einem vorwettbewerblichen Projekt in Biomedizin oder Medizintechnik.
  • Ein Cleantech-KMU, das eine Ressourcen- oder Energieeffizienztechnologie im Bereich Klima, Umwelt oder Energie entwickelt.
  • Ein Werkstoff- oder Produktions-KMU in einem Projekt der Materialforschung oder Produktionsforschung.
  • Ein Elektronik- oder autonome-Systeme-KMU im Feld Elektronik und Autonomes Fahren.
  • Ein KMU im Bereich zivile Sicherheit, das eine Sicherheits- oder Resilienztechnologie im Feld Forschung für die zivile Sicherheit erforscht.

Der rote Faden ist risikoreiche, vorwettbewerbliche Forschung, die in eines der offenen Technologiefelder passt. Ein Projekt mit hohem TRL und geringem Forschungsanteil passt nicht und verweist stattdessen auf ZIM oder die Forschungszulage.

10. Häufige Fehler und FAQ

Die Fehler, die einen Antragsteller am häufigsten kosten, und schnelle Antworten.

  • Das Projekt starten oder die Kooperationsvereinbarung unterzeichnen, bevor der formale Antrag vorliegt, was den erforderlichen Anreizeffekt zerstört.
  • Marktnahe Entwicklung anzupreisen: KMU-innovativ fördert risikoreiche, vorwettbewerbliche Forschung, nicht den Produkt-Rollout.
  • Der fehlende Fit zum Technologiefeld oder eine Bewerbung in einem Feld, dessen Calls geschlossen sind (die Liste der offenen Felder ändert sich).
  • Zu unterschätzen, dass die Skizzenphase kompetitiv ist und keine Formalität.

Wer setzt es um? Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), der Nachfolger des BMBF, über den Projektträger des jeweiligen Feldes (PtJ, DLR PT oder VDI TZ).

Ist es ein Zuschuss oder ein Kredit? Ein nicht rückzahlbarer Zuschuss.

Lässt es sich mit der Forschungszulage kombinieren? Oft ja, sofern dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden.

Wie lange läuft ein Projekt? Normalerweise bis zu drei Jahre, wobei das je nach Feld variiert.

Kostenlose Förderprüfung

Nicht sicher, ob KMU-innovativ passt?

Erzähl uns von deinem Projekt. Wir prüfen es von Hand und melden uns mit Feedback oder ein paar Rückfragen.

Zur vollständigen Programmseite: KMU-innovativ

Offizielle Quellen