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ZIM: Zuschüsse für Innovationsprojekte von KMU.

ZIM ist Deutschlands größtes technologieoffenes Förderprogramm für F&E im Mittelstand. Es zahlt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten für die Entwicklung neuer Produkte, Prozesse oder technischer Dienstleistungen, in jeder Branche.

Auf einen Blick

  • Nicht rückzahlbarer Zuschuss, vergeben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).
  • Technologie- und branchenoffen, bundesweit verfügbar.
  • Aktuelle Richtlinie (V5) in Kraft seit 1. Januar 2025, gültig bis 30. Juni 2027.
  • Förderquote 25 bis 60 Prozent je nach Unternehmensgröße, Region und Projekttyp.
  • Maximale förderfähige Kosten: 690.000 € für ein Einzelunternehmensprojekt; 560.000 € pro Unternehmen in einem Kooperationsprojekt, gedeckelt auf 3 Millionen € für die gesamte Kooperation.
  • Der Antrag muss vor Projektbeginn eingereicht werden. Das ist der entscheidende Unterschied zur Forschungszulage.
  • Jährliches Programmbudget rund 630 Mio. €.

1. Was ist ZIM?

Eine kurze Orientierung zum Programm, seinem Träger und wo es in der deutschen Förderlandschaft steht.

ZIM läuft seit 2008 als dauerhaftes Bundesprogramm und gehört zu den meistgenutzten Innovationsinstrumenten in Deutschland, mit bislang mehr als 40.000 geförderten Projekten. Es ist bewusst offen für alle Technologien und Branchen: der typische Empfänger ist kein Konzernlabor, sondern ein mittelständischer Maschinenbauer, ein Softwareunternehmen mit einem Dutzend Mitarbeitenden oder ein Handwerksbetrieb, der ein neues Produktionsverfahren entwickelt. Rund drei Viertel der geförderten Unternehmen haben weniger als 50 Beschäftigte.

Anders als die Forschungszulage, die ein Steueranreiz mit Rechtsanspruch ist, ist ZIM ein Ermessenszuschuss. Anträge werden nach Qualität bewertet, und das Projekt darf bei der Antragstellung noch nicht begonnen haben.

2. Was gefördert wird

Die Projekttypen, die ZIM unterstützt, und die förderfähigen Aktivitäten.

ZIM fördert F&E-Projekte für innovative Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen sowie unterstützende Leistungen, um Ergebnisse an den Markt zu bringen. Es gibt es in mehreren Projekttypen:

  • Einzelprojekt: ein Unternehmen führt die F&E allein durch.
  • Kooperationsprojekte (Kooperationsprojekt): zwei oder mehr Partner (Unternehmen und Forschungseinrichtungen) arbeiten an einem gemeinsamen Ziel.
  • Innovationsnetzwerke: gemanagte Netzwerke von mindestens sechs Unternehmen (vier bei internationalen Netzwerken).
  • Machbarkeitsstudien: laufen jetzt auf De-minimis-Basis und können bis zu 12 Monate dauern.
  • Markteinführungsleistungen: Unterstützung bei der Kommerzialisierung der Ergebnisse, verfügbar bis zu 18 Monate nach Projektende.

Förderfähig sind vor allem Personalkosten für F&E-Personal. Unteraufträge an Dritte sind bis zu 35 Prozent der Personalkosten förderfähig, was nützlich ist, um externe Spezialisten wie IT-Freelancer einzubinden.

3. Wer beantragen kann

Die Größenklassen, die infrage kommen, inklusive der Mid-Cap-Regeln.

ZIM richtet sich an den Mittelstand:

  • Kleine Unternehmen (unter 50 Beschäftigte, unter 10 Millionen EUR Umsatz) und mittlere Unternehmen (unter 250 Beschäftigte, unter 50 Millionen EUR Umsatz).
  • Größere Mid-Caps mit bis zu 499 und unter bestimmten Bedingungen bis zu 999 Beschäftigten.
  • Unternehmen mit 500 bis 999 Beschäftigten nur innerhalb von Kooperationsprojekten, die mindestens ein KMU einschließen.

Forschungseinrichtungen können an Kooperationsprojekten und Netzwerken teilnehmen. Ausländische Partner können mitwirken, erhalten aber selbst keine ZIM-Förderung.

4. Wie viel du bekommst

Die Förderraten und die Kostenobergrenzen, die den Zuschuss bestimmen.

Die Förderquote liegt zwischen 25 und 60 Prozent, festgelegt durch Unternehmensgröße, Standort und Projekttyp. Kleine und junge Unternehmen sowie Erst-Innovatoren erhalten die günstigsten Quoten. Der Zuschuss wird auf die förderfähigen Kosten berechnet, gedeckelt wie folgt:

  • Einzelprojekt: bis zu 690.000 € förderfähige Kosten pro Unternehmen.
  • Kooperationsprojekt: bis zu 560.000 EUR förderfähige Kosten pro Unternehmen, mit einer Gesamtobergrenze von 3 Millionen EUR über die gesamte Kooperation.

Die V5-Richtlinie hat diese Obergrenzen gegenüber der Vorversion angehoben, deshalb sind Zahlen aus älteren Bewilligungen überholt.

5. So beantragst du es und Fristen

Die Timing-Regel, die am meisten zählt, und der Weg zum Antrag.

Es gibt keine feste Fristenrunde; Anträge können laufend eingereicht werden. Die entscheidende Regel ist, dass der Antrag vor Projektbeginn eingereicht werden muss. Anträge gehen an die auf dem offiziellen Portal (zim.de) aufgeführten fachlichen Projektträger, auf dem offiziellen Formular oder über den elektronischen Einreichungsweg. Eine klare technische Projektbeschreibung und ein glaubwürdiger Arbeits- und Kostenplan sind zentral für die Bewilligung.

6. Hinweise und Kombination

Wie ZIM mit der Forschungszulage und anderen Beihilfen zusammenwirkt.

ZIM lässt sich mit der Forschungszulage kombinieren, aber nicht für dieselben Kosten: Jede Kostenposition, die bereits in der ZIM-Förderbasis enthalten ist, ist für die Forschungszulage gesperrt. In der Praxis nutzen viele Unternehmen ZIM für ein Projekt und beanspruchen die Forschungszulage für Kosten, die ZIM nicht abdeckt, oder für andere Projekte. Als Ermessenszuschuss nach dem EU-Beihilferecht setzt ZIM außerdem voraus, dass das Unternehmen kein "Unternehmen in Schwierigkeiten" ist.

7. Projektarten im Detail

ZIM ist eine Familie aus fünf Wegen; der, den du wählst, bestimmt deinen Satz, deine Obergrenze und deine Partner.

Einzel-F&E-Projekte. Ein Unternehmen führt das Projekt allein durch, Forschungseinrichtungen werden nur als Unterauftragnehmer eingebunden. Förderung 25 bis 45 Prozent; förderfähige Kosten bis zu 690.000 EUR.

Kooperationsprojekte. Zwei oder mehr Partner (Unternehmen, oder ein Unternehmen mit einer Forschungseinrichtung) arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin, zu einem höheren Satz als ein Einzelprojekt. Ausländische Partner können mitmachen, erhalten aber kein ZIM-Geld und finanzieren sich national selbst. Die Partnerschaft muss ausgewogen sein: Eine Forschungseinrichtung darf nicht mehr als 50 Prozent aller Personenmonate halten; in einem Zwei-Partner-Projekt darf kein einzelnes Unternehmen 70 Prozent überschreiten; bei mehr als zwei Partnern darf kein Unternehmen 50 Prozent überschreiten. Förderfähige Kosten bis zu 560.000 EUR pro Unternehmen und 3.000.000 EUR insgesamt.

Innovationsnetzwerke. ZIM fördert das Management eines Netzwerks in zwei Phasen, bis zu 490.000 € für ein nationales Netzwerk (sechs oder mehr Unternehmen) und bis zu 600.000 € für ein internationales (mindestens vier Unternehmen).

Machbarkeitsstudien. Für junge Unternehmen (bis 10 Jahre), Kleinstunternehmen und Erstantragsteller entschärft eine Studie von bis zu 12 Monaten und bis zu 125.000 EUR (250.000 EUR in Kooperation), auf De-minimis-Basis gefördert, das Hauptprojekt.

Markteinführungsleistungen. Für Unternehmen, die bereits ein bewilligtes ZIM-F&E-Projekt haben: bis zu 100.000 EUR förderfähige Kosten zu einem Satz von 50 Prozent, verfügbar während des Projekts und bis zu 18 Monate nach seinem Ende.

8. Förderfähige und nicht förderfähige Kosten

Ein schlankes Kostenmodell, gebaut, damit kleine Teams nicht jeden Beleg einzeln auflisten müssen.

Die förderfähigen Kosten stammen aus drei Blöcken. Personal ist der Kern: das Bruttogehalt zählt bis zu 150.000 EUR pro Person und Jahr, und eine Vollzeitkraft wird typischerweise mit etwa 10,5 Personenmonaten im Jahr geplant (bis zu 12 können abgerechnet werden, wenn sie tatsächlich geleistet wurden); Überstunden zählen nie. Unteraufträge an Dritte sind bis zu 35 Prozent der Personalkosten förderfähig. Eine Sonstige-Kosten-Pauschale von bis zu 100 Prozent der Personalkosten (85 Prozent für Forschungseinrichtungen) deckt Material, Abschreibung von Geräten, Reisen und Gemeinkosten ohne Einzelnachweis ab. Förderfähig sind nur Nettokosten, soweit die Vorsteuer abziehbar ist.

Was nicht förderfähig ist: alles, was vor Eingang des Antrags ausgegeben oder gebunden wurde; Routineentwicklung ohne echtes technisches Risiko; abziehbare Bruttoumsatzsteuer; Kosten oberhalb der genannten Obergrenzen; sowie Überstunden oder projektfremde Zeit. Weil die Pauschale die Personalkosten verdoppeln kann, erreicht ein einzelnes Projekt seine Obergrenze von 690.000 EUR bei rund 290.000 bis 300.000 EUR Personal, und das ist oft der Punkt, an dem eine Kooperation die bessere Struktur wird.

9. Förderquoten im Detail

Die Quoten reichen von 25 bis 60 Prozent, festgelegt nach Größe, Alter, Region und Projekttyp. Kleiner ist besser; Kooperation schlägt den Alleingang; internationale Kooperation bringt bis zu zehn Punkte, gedeckelt bei 60 Prozent.

AntragstellerEinzelnKooperationInternat. Koop.
Kleines Unternehmen, strukturschwache Region45%55%60%
Kleines junges Unternehmen (≤ 10 Jahre)45%50%60%
Kleines Unternehmen (Standard)40%45%55%
Mittleres Unternehmen35%40%50%
Unternehmen unter 500 Beschäftigten25%30%40%
Forschungseinrichtung (Kooperationspartner)bis zu 100 %bis zu 100 %

Förderfähige Kostenobergrenzen: 690.000 EUR pro Unternehmen in einem Einzelprojekt; 560.000 EUR pro Unternehmen in einer Kooperation, gedeckelt auf 3.000.000 EUR über alle Partner; eine Forschungseinrichtung bis zu 280.000 EUR. Ein Unternehmen darf höchstens zwei ZIM-F&E-Bewilligungen in beliebigen rollierenden 12 Monaten halten.

10. Antrag, Schritt für Schritt

Der Prozess ist vollständig digital und laufend; die Timing-Regel ist das, was die Leute stolpern lässt.

  • Optionale Projektskizze. Reiche eine formlose Skizze (bis zu vier Seiten) für kostenloses, unverbindliches Feedback zur Förderfähigkeit ein.
  • Beantrage, bevor du startest. Reiche über das Portal der Förderzentrale Deutschland ein, bei VDI/VDE (Einzelprojekte, Netzwerke, Machbarkeit) oder AiF Projekt GmbH (Kooperation), bevor irgendeine Arbeit beginnt.
  • Eingangsbestätigung. Ab diesem Zeitpunkt sind Projektzusagen sicher.
  • Bewertung (~3 Monate). Die Agentur beurteilt Innovationsgrad, technisches Risiko, Marktaussichten, Team und Vollständigkeit; Rückfragen sind fristgebunden.
  • Bescheid und Start. Mit der Bewilligung (Zuwendungsbescheid) darf das Projekt beginnen.
  • Durchführung und Berichtswesen. Führe tägliche, zeitnahe und monatlich unterschriebene Stundenaufzeichnungen; fordere Auszahlungen etwa quartalsweise an; ein Einbehalt von 10 Prozent wird nach dem Verwendungsnachweis freigegeben. Plane drei bis sechs Monate vom Kick-off bis zur Entscheidung.

11. Häufige Fehler

Die Fehler, die am häufigsten einen Zuschuss reduzieren oder verwirken.

  • Das Projekt starten oder bindende Verträge unterschreiben, bevor der Antrag eingegangen ist, was den gesamten Zuschuss verwirken kann.
  • Ein Einzelprojekt zu wählen, obwohl eine Kooperation einen höheren Satz zahlen und einen zu bis zu 100 Prozent geförderten Forschungspartner hinzufügen würde.
  • Rekonstruierte statt täglicher, zeitnaher Stundenzettel, ein klassischer Prüfungsfehler.
  • Routineentwicklung als F&E ausgeben, wenn kein echtes technisches Risiko jenseits des Stands der Technik besteht.
  • Die Gehaltsobergrenze von 150.000 € zu vergessen oder über ~10,5 Personenmonate pro Person und Jahr zu budgetieren.
  • Unteraufträge über 35 Prozent der Personalkosten, die schlicht aus der Berechnung fallen.
  • ZIM-Geld für einen ausländischen Partner erwarten, der sich national selbst finanzieren muss.
  • Eine schwache Verwertungsstrategie oder eine Bewerbung als Pre-Revenue-Start-up ohne Mittel, den Eigenanteil zu finanzieren.

12. Weitere Fragen

Schnelle Antworten auf die Fragen, die wir am häufigsten hören.

Ist der Zuschuss steuerpflichtig? ZIM unterliegt nicht der Umsatzsteuer, ist aber körperschaft- bzw. einkommensteuerlich steuerpflichtiges Einkommen; deine Projektausgaben bleiben abzugsfähig. Das ist eine allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Wie lange kann ein Projekt laufen? Typischerweise 6 bis 36 Monate; Machbarkeitsstudien bis zu 12 Monate.

Wann wird das Geld ausgezahlt? Nachträglich, auf Anforderung, in etwa quartalsweisen Abständen gegen Nachweis des Fortschritts, mit einem Einbehalt von 10 Prozent, der nach dem Abschlussbericht freigegeben wird.

Qualifiziert sich Software? Ja, zu denselben Bedingungen wie jedes Feld, sofern es echte F&E mit realem technischen Risiko ist; Routinearbeit wie das Aufsetzen einer Datenbank zählt nicht.

Können wir ZIM mit der Forschungszulage kombinieren? Oft ja, sofern dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden, was Unternehmen erlaubt, einen Barzuschuss und eine Steuergutschrift über ein gut strukturiertes Projekt zu stapeln.

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Zur vollständigen Programmseite: ZIM

Offizielle Quellen