Eurostars: Förderung internationaler KMU-F&E.
Eurostars 3 fördert internationale F&E-Verbundprojekte unter Leitung innovativer KMU. Es ist bottom-up und offen für jedes zivile Technologiefeld, und jeder Partner wird von seiner eigenen nationalen Förderstelle finanziert, wobei deutsche Partner bis zu 500.000 EUR pro Projekt erhalten.
Auf einen Blick
- Teil des Eureka-Netzwerks, von der EU über Horizon Europe kofinanziert als European Partnership on Innovative SMEs.
- Fördert transnationale, marktorientierte F&E-Projekte unter Leitung eines innovativen KMU.
- Keine thematischen Schwerpunkte: offen für jedes zivile Technologiefeld, von Medtech über Cleantech bis Software.
- 37 teilnehmende Länder; Programmbudget 1,6 Mrd. € für 2021 bis 2027.
- Jeder Partner wird national gefördert; deutsche Partner erhalten zusammen maximal 500.000 EUR pro Projekt, zu nationalen Sätzen.
- Zwei Calls pro Jahr mit festen Fristen; durchschnittliches Projektbudget rund 1,5 Mio. €.
- Wettbewerbsintensiv: grob 500 Anträge pro Call, rund 100 gefördert.
1. Was ist Eurostars 3?
Die Stellung des Programms im europäischen Fördersystem und was es auszeichnet.
Eurostars ist die größte internationale F&E-Förderinitiative, die von innovativen KMU getragen wird. Sie ist Teil des Eureka-Netzwerks und wird von der Europäischen Union über Horizon Europe kofinanziert. Ihr prägendes Merkmal ist der vollständig bottom-up-Ansatz: Es gibt keine vordefinierten Themen oder Challenges, sodass KMU aus jeder zivilen Branche mit ihrer eigenen Projektidee teilnehmen können. Die Förderung ist dezentral, das heißt jeder Teilnehmer wird von seiner eigenen nationalen Fördereinrichtung nach nationalen Regeln bezahlt, während das Projekt als Ganzes zentral und transparent bewertet wird.
2. Was gefördert wird
Die Art von Projekt und Reifegrad, die passt.
Eurostars fördert kollaborative, marktorientierte F&E- und Innovationsprojekte, die auf Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen zielen, die schnell kommerzialisiert werden können. Projekte laufen typischerweise vom Proof of Concept bis zu einem validierten Prototyp oder Piloten, und der Markteintritt wird innerhalb von etwa zwei Jahren nach Projektende erwartet. Nur Projektkosten mit direktem Bezug zu F&E sind förderfähig, und nur zivile Anwendungen qualifizieren.
3. Förderkriterien
Die sieben Bedingungen, die ein Konsortium erfüllen muss und die streng geprüft werden.
Ein Projektantrag muss sieben Kriterien erfüllen:
- Das Konsortium wird von einem innovativen KMU aus einem Eurostars-Land geführt.
- Es besteht aus mindestens zwei unabhängigen Einrichtungen aus mindestens zwei Eurostars-Ländern, mit mindestens einer Organisation aus einem EU- oder Horizon-Europe-assoziierten Land.
- Das kombinierte Budget der KMU aus den teilnehmenden Ländern beträgt ohne Unteraufträge mindestens 50 Prozent der gesamten Projektkosten.
- Kein einzelner Teilnehmer und kein einzelnes Land macht mehr als 70 Prozent des Budgets aus.
- Das Projekt dauert höchstens 36 Monate.
- Das Projekt hat einen ausschließlichen Fokus auf zivile Anwendungen.
- Eine zentrale, transparente Bewertung wählt die Projekte aus.
Das Konsortium kann neben dem führenden KMU auch große Unternehmen, Universitäten und Forschungsorganisationen umfassen. Vollständig eigenfinanzierte Konsortien sind nicht förderfähig: Mindestens ein Partner muss nationale öffentliche Förderung erhalten.
4. Wie viel du bekommst
Wie die Förderung national entschieden wird und die deutsche Obergrenze.
Die Förderung ist national, daher hängt der Satz vom Land und der Art der Organisation ab. Der deutsche Anteil ist gedeckelt: deutsche Projektpartner erhalten zusammen maximal 500.000 € Förderung pro Projekt, zum nationalen Fördersatz. Weil jedes Land seine eigenen Regeln und sein eigenes Budget festlegt, sollten Partner die Bedingungen ihrer nationalen Förderstelle prüfen, und in manchen Calls stellen einzelne Länder kein Budget bereit, was bedeutet, dass ihre Partner nur auf Eigenfinanzierungsbasis teilnehmen können.
5. Calls und wie du dich bewirbst
Der Zwei-Call-Rhythmus, die Plattform und die zweiteilige Antragslogik.
Es gibt zwei Calls pro Jahr mit festen Fristen, elektronisch eingereicht über die Eureka-Projektplattform (myeurekaproject.org). Der Antrag hat zwei Teile: Der internationale Antrag muss zunächst in der zentralen Bewertung genehmigt werden, danach beantragt jeder Partner nationale Förderung bei seiner eigenen Behörde. Von der Einreichungsfrist bis zum Projektstart dauert es rund sieben Monate. Das Verfahren ist kompetitiv, daher zählen ein früher Start und ein gut vorbereiteter, klar kommerzialisierbarer Antrag.
6. Hinweise
Wann Eurostars das richtige Werkzeug ist und wie es sich zu anderen Instrumenten verhält.
Eurostars ist die natürliche Wahl, wenn ein KMU eine internationale F&E-Kooperation durchführen will und mit einem wettbewerbsorientierten, fristgetriebenen Prozess zurechtkommt. Für rein nationale Projekte sind ZIM (das ebenfalls einen internationalen Kooperationsweg hat) oder die Forschungszulage meist einfacher. Wie bei allen Zuschüssen kann die Eurostars-Förderung nicht dazu genutzt werden, dieselben Kosten zu finanzieren, die ein anderes Instrument, einschließlich der Forschungszulage, bereits abdeckt.
7. Zentrale Regeln versus nationale Förderung
Eurostars ist ein Programm mit zwei Ebenen, und diese sauber auseinanderzuhalten ist der Schlüssel zu einem sauberen Antrag.
Die zentrale Ebene (geführt vom Eureka-Sekretariat für alle Länder) legt fest, wer im Konsortium sein darf und wie das Projekt bewertet wird: ein KMU-geführtes Konsortium aus mindestens zwei Partnern aus mindestens zwei teilnehmenden Ländern, wobei KMU mindestens 50 % der Projektkosten tragen und kein einzelner Partner oder Land über 70 % liegt, ein zivil ausgerichtetes F&E-Projekt von bis zu 36 Monaten und ein Weg zum Markt innerhalb von etwa zwei Jahren. Die nationale Ebene entscheidet über das Geld: jeder Partner wird von seinem eigenen Land gefördert, nach dessen eigenen Regeln für förderfähige Kosten und Sätzen. Für deutsche Teilnehmer kommt die Förderung vom BMBF über den Projektträger zum nationalen Satz und wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss ausgezahlt. Die Folge ist wichtig: Das Konsortium muss die zentralen Regeln erfüllen und jeder Partner muss in seinem eigenen Land förderfähig sein, sonst stockt das Projekt, egal wie stark die Idee ist.
8. Förderfähige und nicht förderfähige Kosten (Deutschland)
Was Deutschland fördert, ist F&E bis zum Prototyp, und die Grenze ist der Punkt, an dem viele Budgets falsch laufen.
Förderfähig sind für deutsche Teilnehmer die F&E-Kosten des Projekts bis TRL 6 (ein demonstrierter Prototyp): das Projektpersonal, projektbezogene Ausrüstung und Material sowie definierte Unteraufträge, aufgebaut auf der nationalen Kostenbasis mit Gemeinkostenbehandlung. Nicht förderfähig ist alles jenseits dieser Grenze: die Entwicklung zur Serien- oder Marktreife, Marketingstrategien und -aktivitäten, das Schreiben von Businessplänen, Routinearbeit ohne Forschungscharakter und alles, was vor der Zulässigkeit des Antrags verbindlich beauftragt wurde. Weil die deutsche Linie Forschung fördert und nicht den Lauf zum Markt, wird ein Budget, das stillschweigend Go-to-Market-Kosten enthält, gekürzt, sodass der Umfang beim Prototyp gezogen werden muss.
9. Wie bewertet wird
Eine zentrale Bewertung erzeugt ein Ranking, das jedes Land nutzt, was ungewöhnlich und wissenswert ist.
Anders als bei einem nationalen Programm, bei dem der Förderer bewertet, wird Eurostars zentral begutachtet: Unabhängige internationale Experten bewerten jeden Antrag einmal, und das Ergebnis ist eine einzige Rangliste, die von allen teilnehmenden Ländern genutzt wird. Anträge werden nach Qualität und Innovationsgrad der F&E, Stärke des Marktcases und Vermarktungsplans sowie Ausgewogenheit und Leistungsfähigkeit des Konsortiums beurteilt. Werte über der Schwelle werden gereiht, und die Förderung folgt der Rangfolge, bis das Budget jedes Stichtags erschöpft ist, ein Antrag muss also nicht nur bestehen, sondern gut platziert sein. Die Stichtage sind die verbindlichen Termine; der deutsche nationale Förderschritt ist ein schneller Anschluss, sobald dein Projekt zentral ausgewählt ist.
10. Häufige Fehler
Die Fehler, die einen Eurostars-Antrag am häufigsten versenken – fast alle davon strukturell.
- Ein nicht konformes Konsortium: fehlende KMU-Führung, die Zwei-Länder-Regel, die EU-/assoziierte Anforderung, der KMU-Anteil von mindestens 50 % oder die 70-%-Obergrenze, jeder einzelne davon bedeutet Ablehnung vor der Bewertung.
- Ein Partner, der in seinem eigenen Land nicht gefördert werden kann, was ein Loch im Projekt hinterlässt, selbst wenn der Antrag gut abschneidet.
- Ein Budget jenseits von TRL 6 auf deutscher Seite ansetzen und Markteintritts- und Marketingkosten in ein F&E-Budget mischen.
- Es als nicht-kompetitiv zu behandeln: Die Regeln zu erfüllen ist notwendig, aber nicht ausreichend, das Ranking entscheidet.
- Den zweistufigen Charakter unterschätzen und die schnelle nationale Anschlussförderung nach der zentralen Auswahl verpassen.
11. Der Zeitplan, von Anfang bis Ende
Die verbindlichen Termine sind die beiden jährlichen zentralen Stichtage, der deutsche nationale Schritt ist eine schnelle Folge.
- Projekt und Konsortium gestalten (Wochen bis Monate), ein konformes Konsortium aufbauen und die nationale Förderung und das Budget jedes Partners prüfen.
- Den internationalen Antrag vorbereiten (Wochen), Proposal, Arbeitsplan und Budget entwerfen, mit deutschen Kosten über das DLR-Kostentool.
- Zentrale Einreichung bis zum Stichtag, ein internationaler Antrag über die Eureka-Plattform.
- Zentrale Bewertung und Ranking (etwa drei Monate), drei Experten bewerten und ein unabhängiges Expertengremium erstellt das für alle Länder verbindliche Ranking.
- Nationale Antragstellung in Deutschland (innerhalb von zwei Wochen nach der Einladung), gereihte Partner reichen über easy-Online beim DLR-PT ein, mit einer deutschen Zusammenfassung und einem Verwertungsplan.
- Entscheidung, Bewilligung und Start, bei Bewilligung wird der Zuschuss ausgestellt, das Projekt startet danach und läuft bis zu 36 Monate, mit Ergebnissen am Markt innerhalb von zwei Jahren.
Es gibt zwei Stichtage pro Jahr; verpasst du einen, heißt es auf den nächsten warten – und es gibt keinen Rechtsanspruch auf Förderung.
12. Was du vorbereiten solltest
Zwei Stufen, zwei Dokumentensätze. Der zentrale Antrag ist das Wettbewerbsdokument; der deutsche nationale Antrag ist eine schnelle, fokussierte Nachreichung.
Stufe 1, der internationale Antrag (Eureka-Plattform): der Projektvorschlag (Ziele, Innovations- und F&E-Gehalt, Arbeitsplan, Konsortialrollen, Budget und Weg zum Markt innerhalb von zwei Jahren); die Konsortial- und Budgetdaten, die die zentralen Regeln nachweisen; die deutsche Kostenkalkulation, erstellt mit dem DLR-Online-Kostentool; und Eigenfinanzierungserklärungen für jeden nicht national geförderten Partner.
Stufe 2, der deutsche nationale Antrag (DLR-PT, über easy-Online, innerhalb von zwei Wochen): der easy-Online-Antrag (AZK/AZA); eine deutsche Zusammenfassung des Teilprojekts mit seinen Arbeitspaketen; ein Verwertungsplan; und die KMU-Selbsteinstufung mit Nachweis einer deutschen Niederlassung.
13. Branchenbeispiele
Eurostars ist technologieoffen und fördert F&E in jedem zivilen Bereich, deshalb richtet sich die Bandbreite nach der Idee des Konsortiums, nicht nach einer Branchenliste. Das sind beispielhafte Projektformen, keine namentlich genannten Geförderten.
- Ein deutsches Software-KMU, das ein KI-getriebenes Produkt mit einem Partner in einem anderen Eurostars-Land baut.
- Ein Medizintechnik-KMU, das ein Gerät mit einem Forschungspartner entwickelt; mit einem deutschen KMU im Konsortium kann der Forschungspartner in Deutschland bis zu 100 % gefördert werden.
- Ein Clean-Tech-KMU, das eine Energie- oder Umwelttechnologie gemeinsam mit einem internationalen Partner bis zum Prototyp entwickelt.
- Ein Materialien- oder Fertigungs-KMU, das mit einem ergänzenden Partner im Ausland einen neuen Prozess entwickelt.
- Ein Photonik- oder Quanten-KMU, das grenzüberschreitend an einer Deep-Tech-Komponente kooperiert.
- Ein Agrar-, Lebensmittel- oder Biotech-KMU, das ein neues Produkt für europäische und globale Märkte entwickelt.
Der rote Faden ist die Eurostars-Logik: ein innovatives KMU, das ein grenzüberschreitendes, marktorientiertes F&E-Projekt bis zum Prototyp führt, mit Ergebnissen am Markt innerhalb von zwei Jahren. Ein rein nationales, nicht-ziviles oder über TRL 6 hinausgehendes Projekt weist stattdessen auf ein nationales Programm wie ZIM oder KMU-innovativ hin.
Weitere Fragen
Schnelle Antworten auf die Fragen, die wir am häufigsten hören.
Ist die deutsche Förderung ein Zuschuss oder ein Kredit? Für deutsche Partner ist es ein nicht rückzahlbarer Zuschuss, gezahlt vom BMBF über den Projektträger zum nationalen Satz, wobei die deutschen Teilnehmer zusammen auf 500.000 EUR pro Projekt gedeckelt sind.
Kann ein deutscher Partner mit einem Forschungsinstitut arbeiten? Ja. Mit einem deutschen KMU im Konsortium kann ein deutscher Forschungspartner mit bis zu 100 % seiner förderfähigen Kosten gefördert werden, was dem Projekt etwas hinzufügt, statt es auszuschließen.
Wie lange darf ein Eurostars-Projekt laufen, und wie schnell kommt die Förderung? Projekte laufen bis zu 36 Monate, mit Ergebnissen am Markt innerhalb von rund zwei Jahren. Es gibt zwei Stichtage pro Jahr, die zentrale Bewertung dauert etwa drei Monate, und der deutsche nationale Schritt folgt innerhalb von zwei Wochen nach der Einladung.
Nicht sicher, ob Eurostars passt?
Erzähl uns von deinem Projekt. Wir prüfen es von Hand und melden uns mit Feedback oder ein paar Rückfragen.
Siehe die vollständige Programmseite: Eurostars
