Eureka Eurostars: Wie KMU-geführte grenzüberschreitende Konsortien gefördert werden
Eureka Eurostars fördert grenzüberschreitende F&E-Projekte unter der Leitung innovativer KMU – bezahlt wird allerdings nicht von Eureka, sondern von der nationalen Förderstelle jedes einzelnen Partners. Wie Förderfähigkeit, nationale Fördersätze und die Fristen der Ausschreibung 11 in der Praxis zusammenspielen, liest du hier.
Zusammenfassung
- Eureka Eurostars fördert internationale F&E-Projekte unter KMU-Führung. Die Ausschreibung 11 endet am 10. September 2026 um 14:00 Uhr Brüsseler Zeit.
- Einen zentralen Eurostars-Topf gibt es nicht: Jeder Partner erhält sein Geld von der eigenen nationalen Förderstelle – zu deren Satz und nach deren Regeln.
- Ein deutsches KMU erhält bis zu 50 % der förderfähigen Kosten. Die Obergrenze von 500.000 € gilt für alle deutschen Partner eines Projekts zusammen, nicht pro Partner.
- Mehrere Länder haben für diese Ausschreibung kein Budget eingeplant. Partner von dort können zwar teilnehmen, müssen ihren Anteil aber selbst finanzieren.
- Der ZIM-Antragsstopp versperrt diesen Weg nicht: Eurostars liegt in Deutschland bei einem anderen Ministerium mit eigener Haushaltslinie.
Eureka Eurostars ist ein internationales Förderprogramm für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die von innovativen kleinen und mittleren Unternehmen geleitet werden. Bezahlt wird jeder Partner im eigenen Land von seiner nationalen Förderstelle, nicht von Eureka.
Was ist Eureka Eurostars und wen fördert es?
Eureka Eurostars fördert gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte unter der Leitung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen; das Eureka-Netzwerk bezeichnet das Programm als das weltweit größte F&E-Förderprogramm für KMU. Formal gehört es zur Europäischen Partnerschaft für innovative KMU und wird von der EU über Horizon Europe kofinanziert.
Eurostars arbeitet dabei bottom-up: keine vorgegebenen Themen, keine prioritären Sektoren, keine Themenliste. Förderfähig ist jede zivile Anwendung – das Sensorik-Projekt eines Maschinenbauers genauso wie eine Biotech-Plattform oder ein neues Energiesystem. So viel Offenheit ist in der europäischen Förderlandschaft selten, und genau deshalb landen bei Eurostars oft Unternehmen, deren Vorhaben in keine der thematischen Horizon-Europe-Ausschreibungen passen will.
Eingereicht werden kann zweimal pro Jahr, jeweils zu einem sogenannten Stichtag – so nennt Eurostars seine Einreichungsfristen.
Über Europa hinaus reicht Eurostars ebenfalls: Brit Helle, Generaldirektorin des Eureka-Netzwerks, beschrieb das Programm im Juli 2026 als „eine großartige Gelegenheit, Organisationen aus der ganzen Welt zusammenzubringen“ – so unsere Übersetzung des englischen Originals.
Dass die Dimensionen dabei nach EU-Maßstäben überschaubar bleiben, ist kein Nachteil, sondern Absicht: Nach Angaben des Eureka-Netzwerks vom Juli 2026 unterstützte die jüngste Ausschreibung 110 Innovationsprojekte mit 328 Organisationen aus 28 Ländern.
Wer ist für die Eurostars-Förderung berechtigt?
Das Eureka-Netzwerk legt sieben internationale Kriterien fest. Dein Konsortium muss von einem innovativen KMU aus einem Eurostars-Land geleitet werden und mindestens zwei voneinander unabhängige Entitäten aus mindestens zwei Eurostars-Ländern umfassen, davon eine aus einem EU-Land oder einem mit Horizon Europe assoziierten Staat. Wird auch nur ein Kriterium verfehlt, scheidet der Antrag vor der Evaluierung aus.
| # | Kriterium |
|---|---|
1 | Geleitet von einem innovativen KMU aus einem Eurostars-Land |
2 | Mindestens zwei voneinander unabhängige Entitäten |
3 | Entitäten aus mindestens zwei Eurostars-Ländern, davon eine aus einem EU-Land oder einem mit Horizon Europe assoziierten Land |
4 | KMU aus Eurostars-Ländern tragen 50 % oder mehr der gesamten Projektkosten, ohne Unterauftragsvergabe |
5 | Kein einzelner Teilnehmer und kein Land hält mehr als 70 % des Budgets |
6 | Projektlaufzeit von höchstens 36 Monaten |
7 | Ausschließlich zivile Anwendungen |
Quelle: Eureka-Netzwerk, Eurostars-Programmseite, geprüft am 18. August 2026.
Kriterium 3 lesen viele falsch. Kanada, Singapur, Südafrika und Südkorea sind zwar Eurostars-Länder, aber weder EU-Mitglieder noch mit Horizon Europe assoziiert. Ein deutsch-kanadisches Gespann erfüllt Kriterium 3 trotzdem, denn Deutschland ist EU-Land – dein deutsches KMU ist selbst der geforderte EU-Partner. Unzulässig wird es erst, wenn im Konsortium überhaupt keine Entität aus einem EU-Land oder einem mit Horizon Europe assoziierten Land sitzt – ein rein kanadisch-südkoreanisches Paar scheitert genau daran.
Auch Kriterium 6 ist eine harte Grenze, keine Richtschnur: Siebenunddreißig Monate Laufzeit sind schlicht nicht förderfähig.
Wer bezahlt eigentlich ein Eurostars-Projekt?
Das Geld kommt von deiner eigenen nationalen Förderstelle. Das Eureka-Netzwerk arbeitet dezentral: Organisationen erhalten kein Geld von Eureka selbst. Stattdessen entscheidet jede nationale Stelle unabhängig, welche Organisationen sie fördert, welche Aktivitäten sie anerkennt und zu welchem Satz. Ein Konsortium steht damit immer auf mehreren separaten Förderentscheidungen gleichzeitig, eine Besonderheit, die du bei der Budgetplanung von Anfang an mitdenken solltest.
Entsprechend weit gehen die Sätze auseinander: Je nach Land und Organisationstyp reichen sie von etwa 25 % bis 100 %, wie die Länderabschnitte der Eureka-Ausschreibung 11 zeigen.
Der Satz deines Partners sagt also nichts über deinen eigenen aus, und seine Obergrenze ebenso wenig.
Die plakative Zahl aus der Programmwerbung ist deshalb selten die Zahl, die am Ende bei dir ankommt. Einer unserer Biotech-Mandanten konnte einen Assay allein nicht entwickeln, fand aber im Ausland einen Partner, der die fehlende Laborautomatisierung mitbrachte. Beide reichten gemeinsam ein, und jede Seite wurde im eigenen Land nach den eigenen Regeln gefördert: Der deutsche Anteil lag am Ende bei rund 460.000 €, während der Partner parallel von seiner eigenen Agentur bezahlt wurde. Wie das Projekt gelaufen ist, beschreibt unsere Fallstudie Eurostars Biotech transnational.
Wie viel kann ein deutscher Partner erhalten?
Ein deutsches KMU erhält bis zu 50 % seiner förderfähigen Projektkosten. Die maximale Förderung beträgt 500.000 €, und zwar für alle deutschen Partner eines Projekts zusammen, wie der Länderabschnitt für Deutschland der Eureka-Ausschreibung 11 festlegt. Zwei deutsche Teilnehmer teilen sich diese Obergrenze also.
Zuständig ist in Deutschland das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR); die nationale Kontaktstelle liegt beim DLR Projektträger.
Die deutschen Sätze und Grenzen im Überblick (Länderabschnitt der Eureka-Ausschreibung 11):
- KMU: bis zu 50 % der förderfähigen Projektkosten.
- Forschungseinrichtungen und Universitäten: bis zu 100 %, allerdings nur, wenn ein deutsches KMU im Konsortium einen erheblichen Teil der F&E-Arbeit übernimmt.
- Große Unternehmen: in Deutschland keine Förderung; die Teilnahme ist möglich, erfordert aber eine Eigenfinanzierungserklärung.
- Maximale Förderung: 500.000 € für alle deutschen Partner pro Projekt.
Gelegentlich wird diese Obergrenze als 500.000 € pro Partner zitiert. Das ist falsch, und der Unterschied kann teuer werden.
Rechnen wir die Obergrenze einmal durch, mit dem 50 %-Satz und den für Deutschland veröffentlichten 500.000 €: Zwei deutsche KMU bringen jeweils 400.000 € an förderfähigen Kosten mit und beantragen bei 50 % je 200.000 €, zusammen also 400.000 €, was passt. Verdoppeln beide ihr Budget, beantragt jedes 400.000 €, im Antrag stehen plötzlich 800.000 €, und für 300.000 € davon gibt es schlicht kein deutsches Geld mehr.
Der internationale Antrag kann dann noch so gut bewertet sein; die deutsche Seite bleibt gedeckelt.
Drei weitere deutsche Regeln sortieren Projekte aus, ohne dass es im internationalen Antrag auffällt:
- Klinische Studien werden nicht gefördert.
- Förderfähig sind nur F&E-Aktivitäten bis Technologiereifegrad 6; ein Vorhaben, das bis TRL 8 reicht, kann international bestehen und ist national trotzdem nicht förderbar.
- Die Kosten müssen im easy-Online-Portal des DLR kalkuliert und zusammen mit dem Eurostars-Antrag eingereicht werden.
Dazu kommt ein beihilferechtlicher Punkt: Änderungen im Rahmen der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung, Verordnung (EU) 2023/1315, wirken sich erheblich auf die förderfähigen Gemeinkosten aus. Die Eureka-Ausschreibung 11 empfiehlt deutschen KMU deshalb ausdrücklich, vor der Antragstellung das deutsche Eurostars-Team zu kontaktieren. Plane dieses Gespräch fest ein – erfahrungsgemäß erspart es böse Überraschungen bei den Gemeinkosten.
Partnerwahl: der 50/70-Test und die Länderbudget-Falle
Bevor du einem Konsortium zusagst, lohnen sich zwei einfache Rechnungen. Erstens: Tragen die KMU aus Eurostars-Ländern mindestens 50 % der gesamten Projektkosten, ohne Unterauftragsvergabe? Zweitens: Überschreitet ein einzelner Teilnehmer oder ein einzelnes Land 70 % des Budgets? Das klingt nach Formalie, entscheidet aber real über Anträge: Gerade Zwei-Partner-Projekte, bei denen eine Seite den Löwenanteil der Arbeit stemmt, fallen regelmäßig durch den zweiten Test.
Genauso wichtig ist die Frage, ob das Land deines Partners überhaupt Geld hat. Mehrere haben nämlich keines.
| Land | KMU-Satz | Obergrenze und nationale Besonderheit |
|---|---|---|
Deutschland | Bis zu 50 % | 500.000 € für alle deutschen Partner pro Projekt |
Niederlande | Bis zu 50 % | 500.000 € für den/die niederländischen Partner pro Projekt |
Dänemark | Nationale Regeln | 300.000 € pro Teilnehmer, 500.000 € für alle dänischen Partner; keine Förderung ohne ein dänisches KMU |
Frankreich | Bis zu 40 % | Ein Antrag pro Ausschreibung; nach einer Bewilligung drei Jahre Sperre für erneute Anträge |
Norwegen | Bis zu 50 % | 6 Mio. NOK pro Projekt; Konsortium muss ein norwegisches KMU umfassen |
Spanien | 60 % kleine, 50 % mittlere | 400.000 € pro spanischem Teilnehmer |
Schweden | Bis zu 50 % | 5 Mio. SEK pro Projekt |
Italien, Israel, Singapur, Belgien (Brüssel) | Keine | Kein zugewiesenes Budget für Ausschreibung 11; nur Eigenfinanzierung |
Quelle: Eureka-Netzwerk, Länderinformationen zur Eurostars-Ausschreibung 11, geprüft am 18. August 2026.
Zypern ist ein Sonderfall: Dort ist laut der Länderseite der Eureka-Ausschreibung 11 das gesamte nationale Programmbudget bereits für die Ausschreibungen 9 bis 13 gebunden.
Budgets verschieben sich zudem von Ausschreibung zu Ausschreibung. Griechenland hat für die Ausschreibung 11 Budget bereitgestellt, für die Ausschreibung 12 dagegen kein Budget eingeplant; bei Singapur ist es genau umgekehrt (Länderseite der Eureka-Ausschreibung 12). Maßgeblich ist immer der Länderabschnitt der Ausschreibung, für die du tatsächlich einreichst, nicht der, den du im letzten Jahr gelesen hast.
Wie werden Eurostars-Anträge bewertet und eingestuft?
Drei unabhängige Experten bewerten jeden Antrag anhand von drei Kriterien: Qualität und Effizienz der Umsetzung, Wirkung sowie Exzellenz. Gefördert wird anschließend nach Rang, nicht nach Schwellenwert; nur die 200 bestbewerteten Projekte erreichen überhaupt das unabhängige Bewertungsgremium (Eureka-Ausschreibung 11).
Jedes Kriterium hat eigene Unterpunkte. Zur Wirkung gehören dabei genau die Aspekte, die KMU erfahrungsgemäß am häufigsten unterschätzen: Marktgröße, Marktzugang und -risiko, Wettbewerbsvorteil und Kommerzialisierungsplan.
Über die Förderung entscheiden am Ende drei Bedingungen zusammen: ein Platz unter den besten 200, ein positives Ergebnis der rechtlichen und finanziellen Prüfung für jeden Partner und die Einstufung des Gremiums als exzellent oder gut.
Die Rangfolge verändert die Schreibaufgabe grundlegend: Es genügt nicht, alle Kriterien ordentlich zu bedienen, denn um die 200 Plätze konkurrieren Hunderte weiterer Anträge.
Eine offizielle Erfolgsquote veröffentlicht das Eureka-Netzwerk nicht. Zahlen zu eingereichten Anträgen und geförderten Projekten gibt das Netzwerk dagegen sehr wohl heraus; die Angaben zur jüngsten Runde weiter oben stammen aus einer solchen Meldung. Was im Netz an Prozentzahlen kursiert, sind Schätzungen von Beratungsunternehmen; belastbar ist daneben vor allem die Auswahl der 200 Projekte, die es überhaupt bis zum Gremium schaffen.
Wie lange dauert Eurostars, von der Frist bis zum Geld?
Die Ausschreibung 11 schließt am 10. September 2026, die Förderentscheidung wird bis Mitte Dezember 2026 mitgeteilt, rund drei Monate später. Eureka strebt an, dass die Vereinbarungen mit deiner nationalen Förderstelle fünf bis sieben Monate nach der Einreichungsfrist unterzeichnet sind (Eureka-Ausschreibung 11).
Die Ausschreibung 11 ist seit dem 9. Juli 2026 offen und schließt am 10. September 2026 um 14:00 Uhr Brüsseler Zeit; die Ausschreibung 12 folgt vom 17. Dezember 2026 bis zum 4. März 2027.
Nach der Einreichung geht es laut der Eureka-Ausschreibung 11 in sechs Schritten weiter:
- Förderfähigkeitsprüfung, innerhalb einer Woche nach dem 10. September 2026.
- Rechtliche und finanzielle Prüfung: Mitte Oktober 2026.
- Bewertung durch drei unabhängige Experten, ebenfalls Mitte Oktober 2026.
- Unabhängiges Bewertungsgremium und Ranking, Ende November 2026.
- Ethikprüfung, Ende November 2026.
- Mitteilung der Förderentscheidung Mitte Dezember 2026.
Eine Förderentscheidung im Dezember heißt allerdings noch nicht, dass im Dezember auch Geld auf dem Konto ist.
Für deutsche Antragsteller kommt eine eigene Frist hinzu: Der nationale Antrag muss innerhalb von zwei Wochen nach Aufforderung durch das DLR eingereicht werden, und diese Aufforderung kommt erst nach positiver Evaluierung und gesicherter Finanzierung.
Eurostars im Vergleich zu Alternativen und was der ZIM-Stopp ändert
Seit dem 7. Juli 2026, 12:00 Uhr, nimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) keine neuen ZIM-Anträge mehr an – für alle Projektformen und auch für Projektskizzen. Die Wiedereröffnung ist laut der BMWE-Mitteilung vom 7. Juli 2026 für Anfang 2027 angestrebt und hängt vom Bundeshaushalt 2027 ab.
Eurostars bleibt davon unberührt, und zwar aus strukturellen Gründen, nicht durch glückliche Fügung: ZIM liegt beim BMWE, Eurostars in Deutschland dagegen beim BMFTR, einem anderen Ministerium mit eigener Haushaltslinie. Unabhängig davon nimmt die ZIM-Mitteilung außerdem Anträge mit internationalen Partnern im Rahmen offener bilateraler und multilateraler Ausschreibungen vom Stopp aus; das ist ein eigener Weg mit eigenen Regeln.
| Wenn dein Projekt | Dein Weg ist |
|---|---|
Grenzüberschreitend, KMU-geführt, mit einem echten Partner im Ausland | Eurostars, Ausschreibung 11 oder Ausschreibung 12 |
Nationale Zusammenarbeit mit einem deutschen Partner | ZIM, sobald wieder Anträge angenommen werden |
Laufende interne F&E ohne feste Projektgrenze | Forschungszulage |
Zu früh, forschungsintensiv oder großes Konsortium | Horizon-Europe-Verbundausschreibungen |
Wir haben aufgeschrieben, was der ZIM-Antragsstopp in der Praxis bedeutet; dort steht der nationale Weg im Detail.
Ehrlicherweise gehört zum Timing ein Vorbehalt: Wer noch in diesem Quartal Geld braucht, ist bei Eurostars falsch. Fünf bis sieben Monate bis zur unterzeichneten Vereinbarung sind eine lange Durststrecke, wenn das Entwicklungsbudget währenddessen weiterläuft. Einen breiteren Programmvergleich findest du unter Eurostars im Vergleich zu den anderen EU-Programmen.
Warum scheitern Eurostars-Anträge?
Die meisten Ablehnungen gehen auf sechs immer gleiche Fehler zurück, und die teuersten davon sind Konsortialfehler: ein erst drei Wochen vor der Frist zusammengewürfeltes Konsortium, ein Budget, das die 50/70-Aufteilung verletzt, und zwei deutsche Partner, die gegen dieselbe Obergrenze von 500.000 € geplant haben. Jeder dieser Fehler ist im Antrag sichtbar, und jeder lässt sich mit früher Planung vermeiden.
- Ein Konsortium, das drei Wochen vor der Frist zusammengestellt wurde. Gutachter bewerten die Qualität des Konsortiums und den Mehrwert der Zusammenarbeit ausdrücklich mit; wer für Ausschreibung 12 einreichen will, führt die Partnergespräche am besten jetzt.
- Ein Budget, das die 50/70-Aufteilung verletzt. Meist liegt das daran, dass die Verteilung erst nach den Arbeitspaketen gerechnet wurde statt davor. Modelliere sie zuerst.
- Zwei deutsche Partner, die gegen eine 500.000 €-Obergrenze geplant wurden. Kläre früh, welche deutsche Entität die Förderung tragen soll; nachträglich lässt sich das kaum noch sauber aufteilen.
- Ein Antrag, der über TRL 6 hinausreicht. Die deutschen Arbeitspakete müssen deshalb auf Entwicklung ausgerichtet sein, nicht auf Demonstration im großen Maßstab.
- Kein Kommerzialisierungsfall. Wirkung macht ein volles Drittel der Bewertung aus; ohne Marktgröße, Marktzugang und benannte potenzielle Kunden verschenkst du dieses Drittel.
- Fehlende Anhänge. Verpflichtungs- und Unterschriftenformular sowie KMU-Erklärung sind Pflicht. Sammle die Unterschriften besser zwei Wochen vor der Frist ein als am letzten Tag.
Genau genommen besteht ein Eurostars-Antrag aus zwei Anträgen mit unterschiedlichen Fristen: dem gemeinsamen internationalen Antrag auf myeurekaproject.org und der nationalen Einreichung beim DLR Projektträger, die innerhalb von zwei Wochen nach Aufforderung fällig wird. Damit beides sauber ineinandergreift, arbeiten wir in der Eurostars-Beratung erfolgsbasiert – sie kostet nichts, solange keine Förderung bewilligt wird.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Finanzberatung dar. Nationale Regeln ändern sich von Ausschreibung zu Ausschreibung; bestätige deine Zahlen also mit deiner nationalen Förderstelle, bevor du Budgets festschreibst. Die Programmangaben stammen, soweit nicht anders angegeben, von der Eurostars-Programmseite und den Länderabschnitten der Ausschreibung 11 des Eureka-Netzwerks, geprüft am 18. August 2026.
Häufige Fragen
Ein internationales Förderprogramm für gemeinsame F&E-Projekte unter der Leitung innovativer KMU, betrieben vom Eureka-Netzwerk. Eurostars gehört zur Europäischen Partnerschaft für innovative KMU und wird von der EU über Horizon Europe kofinanziert.
Ja. Ein rein nationales Projekt ist nicht förderfähig. Du brauchst mindestens einen unabhängigen Partner in einem anderen Eurostars-Land, und mindestens eine Organisation im Konsortium muss aus einem EU-Land oder einem mit Horizon Europe assoziierten Land kommen – als deutsches KMU erfüllst du diese Bedingung selbst.
Einen einheitlichen Satz gibt es nicht. Jede nationale Förderstelle legt ihren eigenen fest; je nach Land und Organisationstyp liegen die Sätze zwischen etwa 25 % und 100 %. Deutschland fördert KMU mit bis zu 50 %.
Bis zu 50 % der förderfähigen Projektkosten, innerhalb einer Obergrenze von 500.000 € für alle deutschen Partner eines Projekts zusammen. Zwei deutsche Partner teilen sich diese Obergrenze.
Die Ausschreibung 11 schließt am 10. September 2026 um 14:00 Uhr Brüsseler Zeit. Die Ausschreibung 12 öffnet am 17. Dezember 2026 und schließt am 4. März 2027.
Die Förderentscheidung für Ausschreibung 11 wird bis Mitte Dezember 2026 mitgeteilt. Eureka strebt an, dass die nationalen Fördervereinbarungen fünf bis sieben Monate nach der Einreichungsfrist unterzeichnet sind.
Höchstens sechsunddreißig Monate. Die Laufzeit gehört zu den sieben strengen Förderkriterien und ist keine Richtschnur; ein 37-monatiger Plan wird vor der Evaluierung abgelehnt.
Eine offizielle Erfolgsquote veröffentlicht das Eureka-Netzwerk nicht, Zahlen zu eingereichten Anträgen und geförderten Projekten dagegen schon. Die feste Größe im Verfahren ist die Auswahl der 200 bestbewerteten Projekte, die von der Expertenbewertung zum unabhängigen Bewertungsgremium gelangen.