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Messtechnik · Fallstudie

Forschungszulage: Auftragsforschung gestrichen, Widerspruch eingelegt

Praxisbeispiel auf Basis realer Projekte · anonymisiert, Zahlen gerundet · Stand:

Ein mittelständischer Messtechnik-Hersteller erhielt die BSFZ-Bescheinigung für sein Vorhaben, aber ohne die beauftragte Entwicklungsarbeit. Diesen Teil fechten wir per Widerspruch an.

80.000 €
Forschungszulage festgesetzt
230.000 €
Bemessungsgrundlage
Bis zu 35 %
KMU-Fördersatz
Auf einen Blick

Das Mandat in Zahlen

BrancheMesstechnik / SensorenWissenschaftlicher Gerätebau
Forschungszulage festgesetzt80.000 €Bisher gesichert; Widerspruch für mehr
Bemessungsgrundlage230.000 €
ErgebnisBescheinigt; Auftragsforschung im Widerspruch
Projekte1
KMU-FördersatzBis zu 35 %
Über das Unternehmen

Das Unternehmen und seine F&E

Das Unternehmen entwickelt ein kompaktes, druckfestes Messsystem für anspruchsvolle Bedingungen in der Prozessanalytik, deutlich druckfester als Produkte am Markt und für sehr kleine Einbauräume ausgelegt. Das Projekt trägt klare technische Unwägbarkeiten: druckfester Dauerbetrieb weit über dem, was Wettbewerbsprodukte erreichen, reproduzierbar stabile interne Strömung und eine vereinfachte Antriebselektronik ohne fertige Referenzlösung.

Genau für diese kritischen Teile, die Neuentwicklung von Schaltung und Firmware und die Integration mit etablierter Industriesoftware, wurden externe Spezialisten beauftragt. Im Mittelstand ist das die Norm: Was intern nicht abgedeckt ist, wird gezielt eingekauft.

Die Herausforderung

Wo der förderfähige Kern lag

Die Bescheinigungsstelle erkannte das Projekt an. Neuheit, Risiko und systematisches Vorgehen wurden ausdrücklich bestätigt. In derselben Entscheidung wurde die externe Entwicklungsarbeit jedoch als reine Dienstleistung eingestuft und dadurch ausgeschlossen, mit der Begründung, dort werde kein wissenschaftliches oder technisches Problem eigenständig gelöst.

Die Entscheidung ist in sich widersprüchlich. Wenn das Gesamtprojekt als F&E anerkannt ist und die externe Arbeit genau die kritischen, risikobehafteten Teile dieses Projekts betrifft, dann lässt sich die pauschale Einordnung als Dienstleistung schwer halten. Genau das ist das stärkste Argument im Widerspruchsverfahren.

Neuheit Technisches Risiko / Unsicherheit Systematisches Vorgehen
Unser Ansatz

So haben wir den Fall aufgebaut

Inhaltliche Überschneidung

Wir zeigen, dass die externe Arbeit genau mit den Arbeitspaketen zusammenfällt, die der Bescheid selbst als förderfähige F&E bescheinigt. Eine experimentell zu validierende Schaltungstopologie ohne fertige Referenzlösung ist keine Routineleistung, sondern die eigenständige Lösung eines technischen Problems mit offenem Ausgang.

Die Auftragnehmer unterscheiden

Nicht jede externe Leistung ist gleich stark. Wir bewerten jeden Auftrag einzeln: Wo die Arbeit eigenständig eine technische Unsicherheit löst, ist der Fall stark; wo es eher um die Umsetzung nach Vorgabe geht, ist er schwächer. Diese ehrliche Trennung erhöht die Glaubwürdigkeit des Widerspruchs insgesamt.

Formale Absicherung

Wir prüfen die Vertragsgestaltung auf eine ergebnisorientierte Struktur und stellen sicher, dass es keine Konstellation gibt, die als reine Arbeitnehmerüberlassung gelesen werden könnte.

So verlief der Fall

✓
Bescheinigt
Projekt als F&E anerkannt
✕
Gestrichen
Auftragsforschung ausgeschlossen
↻
Widerspruch eingelegt
Verfahren läuft

Woraus die Bemessungsgrundlage bestand

Gesichert (intern) ~68 %Strittig (Vertrag) ~32 %
Intern, gesichertAuftragsforschung, im Widerspruch

Die internen Personalkosten von 230.000 € sind bescheinigt; um die Auftragsforschung geht es im Widerspruch. Hat er Erfolg, steigen Bemessungsgrundlage und Zulage um einen fünfstelligen Betrag. Die gezeigte Aufteilung ist beispielhaft.

Das Ergebnis

Eine Forschungszulage von 80.000 €.

Das Vorhaben selbst ist bereits bescheinigt; die internen Personalkosten von rund 230.000 € sind anerkannt und führen zu einer Forschungszulage von rund 80.000 €. Im Widerspruch geht es um die zusätzliche Anerkennung der Auftragsforschung. Wird sie anerkannt, steigen Bemessungsgrundlage und Forschungszulage um einen fünfstelligen Betrag. Das Verfahren läuft noch.

Bemessungsgrundlage 230.000 € · KMU-Satz bis zu 35 %
Bescheinigt; Auftragsforschung im WiderspruchDas Ergebnis des Mandats.
Bemessungsgrundlage 230.000 €Anerkannte Kosten, auf denen die Zulage berechnet wird.
KMU-Fördersatz bis zu 35 %Auf die Bemessungsgrundlage angewendet.
Die wichtigsten Erkenntnisse

Was andere Unternehmen lernen können

Eine teilweise Ablehnung von Auftragsforschung ist häufig, und sie lässt sich anfechten. Drei Punkte sind entscheidend:

01

Finde den Widerspruch in deiner eigenen Entscheidung

Wird das Projekt anerkannt, aber die externe Arbeit betrifft genau seine kritischen Teile, ist die Einstufung als Dienstleistung angreifbar. Diese interne Logik trägt den Fall.

02

Jedes Vorhaben einzeln bewerten

Alles in einen Topf zu werfen schwächt das starke Vorhaben durch das schwache. Eine saubere Trennung ist überzeugender.

03

Verträge im Voraus korrekt aufsetzen

Auftragsforschung muss ergebnisorientiert sein und ein technisches Problem eigenständig lösen. Das vor der Unterschrift zu durchdenken vermeidet den Streit von vornherein.

Mehr zur Forschungszulage: Der Leitfaden Forschungszulage: Voraussetzungen, Höhe und Antrag erklärt das Programm Schritt für Schritt. Wie wir dein Vorhaben begleiten, steht unter Forschungszulage-Beratung.

“
Nicht jede Ablehnung betrifft das gesamte Projekt.
BeFunded Zur Forschungszulage
FAQ

Häufige Fragen zur Forschungszulage

Die häufigsten Fragen zu dieser Art von Fall. Kurze Antwort zuerst, Details danach.

Wenn der Auftragnehmer eigenständig ein wissenschaftliches oder technisches Problem löst und dadurch neues Wissen für den Auftraggeber erzeugt. Die Arbeit muss ergebnisorientiert sein. Reine Personalgestellung oder Umsetzung nach starrer Vorgabe wird nicht anerkannt.

Ja. Selbst wenn das Projekt ansonsten bescheinigt ist, kann der ausgeschlossene Teil mit einem fristgerechten Widerspruch angefochten werden.

Ein Anteil der anerkannten Auftragskosten, 60 % in den jeweiligen Zeiträumen, fließt in die Bemessungsgrundlage. Darauf wird der Fördersatz angewendet.

Eine ergebnisorientierte Werkvertragsstruktur, eine klar definierte technische Aufgabe mit eigenständiger Lösung und marktübliche Konditionen. Konstrukte, die nur Arbeitskraft liefern, gefährden die Förderfähigkeit.

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