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Climate-Tech · Fallstudie

Forschungszulage-Widerspruch: komplett abgelehnt, dann bescheinigt

Praxisbeispiel auf Basis realer Projekte · anonymisiert, Zahlen gerundet · Stand:

Die BSFZ lehnte den Antrag eines Climate-Tech-Unternehmens zunächst vollständig ab. Nach unserem Widerspruch wurde das Vorhaben bescheinigt, obwohl der Großteil der Kosten auf Auftragsforschung entfiel.

75.000 €
Forschungszulage festgesetzt
300.000 €
Bemessungsgrundlage
25 %
Fördersatz
Auf einen Blick

Das Mandat in Zahlen

BrancheClimate-Tech / Web3Infrastruktur für CO2-Zertifikate
Forschungszulage festgesetzt75.000 €Auf die Steuer angerechnet, Überschuss erstattet
Bemessungsgrundlage300.000 €
ErgebnisAbgelehnt, dann im Widerspruch bescheinigt
Projekte1
Fördersatz25 %
Über das Unternehmen

Das Unternehmen und seine F&E

Das Unternehmen baut die technische Infrastruktur, um klimabezogene Zertifikate standardisiert und überprüfbar abzubilden und auf einer Blockchain handelbar zu machen. Das Schwierige ist nicht die Idee, sondern die Technologie dahinter: standardisierte, manipulationssichere Datenmodelle, die heterogene Eingaben zu einem robusten, vergleichbaren Zertifikat zusammenführen.

Das Kostenprofil war auffällig. Der Großteil der Ausgaben ging nicht an die eigenen Mitarbeiter des Unternehmens, sondern an externe Entwicklungsarbeit, also Auftragsforschung. Der gesamte Fall hängt daher an einer Frage: Wird diese externe Arbeit als förderfähige Auftragsforschung anerkannt oder nicht.

Die Herausforderung

Wo der förderfähige Kern lag

Auftragsforschung ist nur dann förderfähig, wenn der Auftragnehmer eigenständig ein wissenschaftliches oder technisches Problem löst und dadurch neues Wissen für den Auftraggeber erzeugt. Wird die externe Arbeit als reine Dienstleistung eingestuft, die lediglich eine Spezifikation ausführt, fällt sie aus der Förderung heraus.

Für ein Projekt, dessen Bemessungsgrundlage größtenteils aus Auftragsforschung besteht, ist das existenziell. Genau dort schlug die Ablehnung zu. Die erste Entscheidung wies das Projekt ab und drohte nicht nur mit einer Kürzung, sondern mit dem vollständigen Verlust der Förderung.

Neuheit Technisches Risiko / Unsicherheit Systematisches Vorgehen
Unser Ansatz

So haben wir den Fall aufgebaut

Substanz

Wir haben herausgearbeitet, welche konkrete technische Unsicherheit die externe Arbeit trägt, welches Problem ohne sichere Lösung dort tatsächlich angegangen wurde und wie es hätte scheitern können. Eine standardisierte, prüfbare Darstellung heterogener Klimadaten ist kein gelöstes Standardproblem; sie verlangt eigene methodische Entscheidungen mit offenem Ausgang.

Vertragliche und inhaltliche Abgrenzung

Wir zeigten, dass die externe Arbeit ergebnisorientiert war und auf die eigenständige Lösung eines technischen Problems abzielte, nicht auf die bloße Bereitstellung von Arbeitskraft.

Der Widerspruch selbst

Wir haben den Widerspruch fristgerecht eingereicht und entlang der drei BSFZ-Kriterien neu begründet. Der rote Faden: Die Forschung steckt auch im extern ausgeführten Teil.

So verlief der Fall

✕
Abgelehnt
Vollständige Ablehnung des Projekts
↻
Neu argumentiert
Externe Arbeit als echte F&E dargestellt
✓
Bescheinigt
Nach dem Widerspruch bescheinigt

Woraus die Bemessungsgrundlage bestand

Intern ~25 %Auftragsforschung ~75 %
Interne PersonalkostenAuftragsforschung (anerkannt)

Bemessungsgrundlage 300.000 €, überwiegend Auftragsforschung, nach dem Widerspruch in voller Höhe anerkannt. Die gezeigte Aufteilung ist beispielhaft.

Das Ergebnis

Eine Forschungszulage von 75.000 €.

Nach dem Widerspruch wurde das Vorhaben bescheinigt. Aus der vollständigen Ablehnung wurde eine BSFZ-Bescheinigung, bei einer Bemessungsgrundlage von rund 300.000 €. Beim Fördersatz von 25 %, der für diese Wirtschaftsjahre galt, ergibt das 75.000 € Forschungszulage.

Bemessungsgrundlage 300.000 € · KMU-Satz 25 %
Abgelehnt, dann im Widerspruch bescheinigtDas Ergebnis des Mandats.
Bemessungsgrundlage 300.000 €Anerkannte Kosten, auf denen die Zulage berechnet wird.
KMU-Satz 25 %Auf die Bemessungsgrundlage angewendet.
Die wichtigsten Erkenntnisse

Was andere Unternehmen lernen können

Wer einen hohen Anteil an Auftragsforschung hat, muss die Förderfähigkeit dieser externen Arbeit von Anfang an sichern. Drei Punkte sind entscheidend:

01

Ergebnis statt Aufwand

Der Vertrag und die Beschreibung müssen klarmachen, dass der Auftragnehmer ein Ergebnis schuldet und eigenständig ein technisches Problem löst. Ein Konstrukt, das nur Stunden liefert, ist nicht förderfähig.

02

Zeig die Unsicherheit auch im externen Teil

Auftragsforschung ist nur förderfähig, wenn auch im beauftragten Teil ein echtes Risiko des Scheiterns bestand. Das gehört ausdrücklich in die Beschreibung.

03

Der Fördersatz hängt vom Wirtschaftsjahr ab

Der erhöhte KMU-Satz von 35 % gilt erst für Aufwendungen nach dem 27. März 2024. Früher angefallene Kosten werden mit 25 % gefördert. Das ist kein Fehler im Antrag, sondern eine Folge der Stichtagslogik.

Mehr zur Forschungszulage: Der Leitfaden Forschungszulage: Voraussetzungen, Höhe und Antrag erklärt das Programm Schritt für Schritt. Wie wir dein Vorhaben begleiten, steht unter Forschungszulage-Beratung.

“
Dieses Mandat ist das Musterbeispiel dafür, dass eine Ablehnung nicht das letzte Wort ist.
BeFunded Zur Forschungszulage
FAQ

Häufige Fragen zur Forschungszulage

Die häufigsten Fragen zu dieser Art von Fall. Kurze Antwort zuerst, Details danach.

Ja, aber nur, wenn der Auftragnehmer eigenständig ein wissenschaftliches oder technisches Problem löst. Ein Anteil der Auftragskosten fließt dann in die Bemessungsgrundlage ein. Reine Dienstleistungsarbeit ohne F&E-Charakter ist nicht förderfähig.

Für Projekte in den relevanten Zeiträumen fließen 60 % der anerkannten Auftragskosten in die Bemessungsgrundlage ein. Der Fördersatz wird auf diese Basis angewendet.

Ja. Ein fristgerechter Widerspruch mit einer neu aufgebauten Begründung kann eine Ablehnung korrigieren. Voraussetzung ist, dass das Vorhaben die drei Kriterien tatsächlich erfüllt und der Widerspruch das sichtbar macht.

Der erhöhte KMU-Satz von 35 % gilt erst für Aufwendungen nach dem 27. März 2024. Frühere Aufwendungen werden mit dem Basissatz von 25 % gefördert.

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